LMS

Tarifbewegung Metall- und Elektroindustrie
Offenbach steht auf: Unsere Warnstreikwelle rollt!

Von Offenbach über Obertshausen, Heusenstamm und Rödermark bis Dietzenbach: Diese Woche haben Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie gezeigt, was passiert, wenn aus Forderungen gemeinsame Aktion wird.


5. November 2026 5. November 2026


Vor den Werkstoren wurde es laut, rot und solidarisch. Die Botschaft an die Arbeitgeber ist klar: Wir sind bereit, für faire Entgelte, sichere Arbeitsplätze und eine gute Zukunft unserer Standorte zu kämpfen.
 

Von Betrieb zu Betrieb wächst der Druck

Der Startschuss fiel am Montag: Rund 300 Beschäftigte von GKN Driveline und Tecsis beteiligten sich am Warnstreik in Waldhof.
Am Dienstag ging es direkt weiter. Bei GKN Driveline, Dematic, VDE und Siemens Energy legten rund 700 Kolleginnen und Kollegen die Arbeit nieder. 
Und damit war noch lange nicht Schluss.
Am Mittwoch wurde die Warnstreikwelle noch breiter. Bei Samson am neuen Standort in Offenbach beteiligten sich über die verschiedenen Schichten hinweg rund 500 Beschäftigte. Für die Belegschaft war es der erste Warnstreik seit dem Umzug nach Offenbach. 
Gleichzeitig gingen die Aktionen in den Landkreis: Bei Zeppelin Systems in Rödermark sowie beim gemeinsamen Aktionstag von Pittler, Diskus, Georg Martin und Roof Systems in Dietzenbach zeigten die Kolleginnen und Kollegen Flagge.
Am Donnerstag ging es kraftvoll weiter: 200 Kolleginnen und Kollegen vom Samson-Standort in Frankfurt beteiligten sich am Warnstreik. Auch die Beschäftigten von Feintool in Obertshausen machten laut und deutlich klar: Wir sind bereit, für unsere Forderungen zu kämpfen!
Den starken Abschluss einer erfolgreichen Warnstreikwoche machten 220 Kolleginnen und Kollegen von LMS in Obertshausen.
 
Ein Betrieb nach dem anderen. Eine Schicht nach der anderen. Stadt und Kreis gemeinsam.
Das ist gelebte Solidarität.
 

Es geht um mehr als fünf Prozent

Unsere Forderung ist klar: 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei zwölf Monaten Laufzeit. Dazu wollen wir Arbeitsplätze und Standorte tariflich absichern, Beschäftigte in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen am Gewinn beteiligen und untere Entgeltgruppen besonders berücksichtigen.
Die Antwort der Arbeitgeber? Eine verschiebbare beziehungsweise streichbare Einmalzahlung im Juli 2027 und gerade einmal 1,3 Prozent mehr ab Juli 2028. 
 
Das reicht nicht!!
Denn hinter unserer Tarifbewegung stehen keine abstrakten Zahlen. Es geht um Menschen, ihre Familien und ihre Zukunft.

 

Das wurde bei Zeppelin Systems in Rödermark besonders deutlich. Dort treibt die Beschäftigten neben der Tarifrunde der angekündigte Personalabbau um. Kolleginnen und Kollegen hielten beim Warnstreik Schilder mit ihrer Betriebszugehörigkeit hoch: einige Monate, viele Jahre, teilweise Jahrzehnte. Dahinter stehen Erfahrung, Wissen und Lebensleistung. Die Forderung der IG Metall ist deshalb eindeutig: Zukunftsperspektiven statt Arbeitsplatzabbau.

Samson

Gemeinsam können wir etwas bewegen

Manuel Schmidt, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Offenbach, bringt die Stimmung auf den Punkt:

„Die Beschäftigten zeigen, dass sie bereit sind, gemeinsam für ihre Forderungen einzustehen.“

Genau darum geht es.
Tariferfolge fallen nicht vom Himmel. Sie entstehen, wenn Beschäftigte sich organisieren, zusammenstehen und bereit sind, gemeinsam Druck zu machen.
 

Siemens Energy

Auch Heiko Janssen, Vertrauenskörperleiter von Siemens Energy, hat deutliche Worte Richtung Arbeitgebern gefunden:

"Wenn es wirtschaftlich nicht läuft, sollen wir Beschäftigten den Gürtel enger schnallen – und dankbar sein. Wenn es wirtschaftlich gut läuft, sollen trotzdem nicht profitieren – und ebenfalls dankbar sein. Das ist nicht anständig. Das ist nicht gerecht. Wir verdienen unseren gerechten Anteil. In guten wie in schlechten Zeiten!"


Am Freitag wurde der Warnstreik auch digital laut!

Am Freitag, 6. November wurden Beschäftigte aus Betrieben der Geschäftsstelle Offenbach und der Geschäftsstelle Hanau-Fulda zum digitalen Warnstreik aufgerufen. Rund 150 Kolleginnen und Kollegen waren dabei und setzten sich auch digital für unsere Forderung ein! 
Damit tragen wir die Tarifbewegung auch ins Homeoffice und in die mobile Arbeit.
Egal ob vor dem Werkstor, im Betrieb oder am Bildschirm:
Jede und jeder zählt. Jede Beteiligung macht uns stärker.
 

 

Denn am Ende gilt:

Mehr Solidarität. Mehr Beteiligung. Mehr Druck. Mehr Durchsetzungskraft.

Diese Woche hat gezeigt: Offenbach kann Tarifbewegung. Der Kreis Offenbach kann Tarifbewegung. Und wir können noch mehr!

Die erste Warnstreikwelle in Bildern